Theodor Heuss – Demokratie als Lebensform (Mo, 13.09.)

Die politische Landschaft in Deutschland und in Europa verändert sich derzeit rasant. Der britische Gesellschaftswissenschaftler Paul Mason meint: „Die Demokratie liegt im Sterben. Und das eigentlich Bestürzende daran ist, wie wenigen Menschen das Sorge bereitet. Unsere Situation gleicht den frühen dreißiger Jahren.“ Die Frage ist in der Tat: Sind wir uns der Grundlagen unserer Demokratie bewusst und treten wir unerschrocken genug für sie ein? Wissen wir um den leidvollen Weg und die Opfer, die für unsere freiheitliche Verfassung gebracht wurden? Was sind die leitenden Gedanken, die es unbedingt zu bewahren gilt? Was gilt es weiter zu entwickeln?

Die Beschäftigung mit Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten, der das Grundgesetz mit beraten und das neue Amt unnachahmlich geprägt hat, hilft weiter. Seine Biografie (1884–1963) und die seiner Frau Elly (1881–1952) schlagen eine Brücke vom Kaiserreich, dem 1. Weltkrieg, der Weimarer Republik und Naziherrschaft bis zur Konsolidierung nach 1945 und der „Bonner Republik“. Für beide waren „Demokratie und Freiheit nicht nur Worte, sondern lebens-gestaltende Werte“, tief verwurzelt in der eigenen Familiengeschichte. Wichtige Triebfedern ihres Handelns und Denkens waren die sozialliberale Tradition und ihre protestantisch-lutherisch geprägte Glaubensüberzeugung, die sich u.a. auch in der Wertschätzung der Evangelischen Akademie Bad Boll zeigte. Sich mit dem Ehepaar Heuss zu beschäftigen gibt nicht nur zu denken, sondern auch starke Impulse für eigenes Engagement.

Veranstaltet von: Haus der Familie in Kooperation mit Ev. und Kath. Erwachsenenbildung.

Termin: Montag, 13. September 2021, 14:30–16:00 Uhr
Ort: Göppingen, Mörikestraße 17, Haus der Familie, Raum 1
Referent: Gerd-Ulrich Wanzeck, Pfarrer im Ruhestand
Kosten: € 5,-

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