In unserer Region gibt es zahlreiche Kapelle und Kleinode – manche weithin sichtbar, manche ganz versteckt. Auch 2024 setzen wir unsere Exkursionsreihe fort, bei der wir diese Kostbarkeiten gemeinsam entdecken. Los ging es am Samstag, 3. Februar 2024, bei der Ulrichskapelle im ehemaligen Kloster Adelberg.

Groß war die Gruppe, die sich vor der Stauferstele des Adelberger Schlosses traf und von Sabrina von Hundsholz in mittelalterlichem Gewand in Empfang genommen wurde.
Das Kloster Adelberg war ein Prämonstratenser-Stift, ein Reform-Orden, der intensiv von den Staufern gefördert wurde. Der Konvent geriet ab 1372 unter württembergische Herrschaft und hier begann die wirtschaftliche Blüte: Nach Hirsau, Maulbronn und Bebenhausen nahm Adelberg (gemessen an der Steuerleistung) den vierten Rang der württembergischen Männerklöster ein. Zur Abwicklung ihrer Einnahmen unterhielt die Abtei Adelberg Pfleghöfe in Göppingen, Stuttgart, Esslingen, Kirchheim, Waiblingen und Schorndorf.
Im Bauernkrieg wurde das Kloster schwer beschädigt und nach dem Wiederaufbau in der Zeit der Reformation war Adelberg der Sitz einer evangelischen Klosterschule, dessen berühmtester Schüler Johannes Kepler war.

Nach einem interessanten Rundgang durch die Klosteranlage ist die Ulrichskapelle Schwerpunkt der Exkursion. Ihr Altar aus der Werkstatt von Nikolaus Weckmann ist er das einzige Altarwerk des Hauptmeisters der Ulmer Schule Bartholomäus Zeitblom. Es hat sich an seinem ursprünglichen Ort beinahe im Originalzustand erhalten. Frau Weihing alias „Sabrina von Hundsholz“ erläuterte den Flügelaltar und ging in besonderem Maße auf die Symbolik der Gemälde ein. Die Schrein-Skulpturen wurden durch die Legendenerzählungen regelrecht lebendig.

Der Vormittag war ein gelungener Auftakt der Reihe im neuen Jahr! Weiter geht es übrigens am Samstag, 16. März 2024, bei der Kapelle St. Lucia und Ottilia in Bärenbach.