Wie wirkt sich der Klimawandel auf unseren Wald aus? Welche Szenarien sind denkbar und wie stehen die Chancen für einen klimafitten Wald?

Am Freitag, 6. Oktober 2023, zeigte uns Herr Reich von der Forst BW im Schlater Wald, wie es dem „Klima-Patienten Wald“ geht. Er ist einer der sechs zuständigen Förster für einen 1500 Hektar großen Teil des Staatswaldes, zu dem auch der Schlater Wald gehört, und berichtete den interessierten Teilnehmenden von seinen vielfältigen Aufgaben.

Trockenheit, Schädlinge, Käfer und Stürme: Die Folgen des Klimawandels machen dem Wald extrem zu schaffen. Buchen, Fichten und Tannen überstehen beispielsweise die Trockenheit sehr schlecht. Im Schlater Wald – wie in vielen deutschen Wäldern – herrschten jedoch viele Monokulturen, vor allem an Fichten. Generell gibt es bei uns nur circa 30-40 Baumarten – zum Beispiel dagegen in den USA eine um das Tausendfache größere Artenvielfalt. Die Förster im Schlater Wald sind daher unter anderem damit beschäftigt, neue Baumarten, besonders seltene oder sehr resistente Arten anzupflanzen, wie Robinien, Elsbeeren, Erlen und Esskastanien. Das Ziel ist ein Wald mit einer Mischung an Bäumen, die resistent gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen ist.

Auch von seinen Aufgaben für den Artenschutz der Tierwelt im Wald erzählte der Förster. Zur Zeit nimmt zum Beispiel die Zahl der Gelbbauchunken stark ab, weil sie dem Waschbären zum Opfer fallen, der sie „auszuzelt“ wie eine Weißwurst und nur die giftige Haut übrig lässt.

An der Stelle ein großes Dankeschön an Herrn Reich, der viele spannende Details erzählte und fachkundig, ausführlich und bereitwillig der Gruppe Auskunft gab. Die Teilnehmenden erlebten einen sehr interessanten und kurzweiligen Nachmittag bei sonnigem Wetter im Wald und konnten alle ihre Fragen los werden.